Verler-Judo-Cup: Strahlende Gesichter beim Jubiläumsturnier

120 Kinder und Jugendliche sowie zahlreiche erwachsene Judoka sorgten beim Bodenkampfturnier des TV Verl für spannende Kämpfe, strahlende Gesichter und eine rundum gelungene Veranstaltung.

Pünktlich um 10 Uhr trafen die ersten 70 Judoka aus dem Kreis Bielefeld-Gütersloh in der Dreifachturnhalle ein. Nicht schlecht staunten sie, als sie die sechs Mattenflächen sahen, die der TV Verl für sein Jubiläumsturnier vorbereitet hatte. Das machte ordentlich Eindruck! Für viele der jungen Sportlerinnen und Sportler war es die erste Turnierteilnahme, entsprechend groß war die Aufregung.

Damit alle gut aufgewärmt in den Wettkampf starten konnten, versammelten sich um 10.15 Uhr alle Teilnehmenden auf den Matten. Linus Bröker, Verler Trainer, der derzeit in Wien studiert und als besondere Überraschung extra angereist war, brachte die Gruppe ordentlich ins Schwitzen. Nach knapp 20 Minuten Aufwärmtraining starteten die Kämpfe gleichzeitig auf allen sechs Matten.

Zunächst prüften die Kampfrichter, ob alle Kinder von den Kampflisten anwesend waren. Dann konnte es losgehen. Da ausschließlich am Boden gekämpft wurde, musste niemand Angst haben, beim Fallen unsanft auf der Matte zu landen. In 18 Gewichtsklassen gingen die jungen Judoka beherzt ans Werk.

Die jüngste Teilnehmerin war die erst vierjährige Malia. Sie startete in der leichtesten Gewichtsklasse bis 19 Kilogramm. Nachdem ihr noch einmal alles erklärt worden war, legte sie voller Eifer los und versuchte, ihre Gegnerinnen in einen Haltegriff zu bekommen. Da Malia nicht auf den Mund gefallen ist, hielt sie ganz nebenbei auch noch das eine oder andere kleine Schwätzchen auf der Matte. Die Kampfrichter gaben immer wieder hilfreiche Tipps, erklärten, wie man sich aus einem Haltegriff befreien kann, und erinnerten sie mit einem Lächeln daran, dass auf der Matte nicht geredet wird. Auch mit Lob wurde in den Kampfpausen nicht gespart.

Viele Kinder nahmen an diesem Samstag ihren ganzen Mut zusammen, überwanden Ängste und Bedenken und zeigten tolle Kämpfe. Einige konnten ihre Begegnungen gewinnen, andere mussten Niederlagen hinnehmen. Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Schließlich stand nicht nur das Gewinnen im Vordergrund, sondern vor allem der Mut, sich der Herausforderung zu stellen.

Als kurz nach 12 Uhr die erste Siegerehrung begann, hatten die Verler Judoka bereits etwas geschafft, was bei vielen herkömmlichen Turnieren kaum möglich ist: Die Kinder und ihre Eltern konnten den restlichen Tag noch für andere Aktivitäten nutzen, statt vier, fünf oder mehr Stunden in der Sporthalle zu verbringen.

Die Siegerehrung übernahm der Verler Bürgermeister. Dabei lernte auch er eine wichtige Judo-Tradition kennen: Nach der Verkündung der Platzierung und der Übergabe der Medaillen wird sich verbeugt. Die Atmosphäre blieb locker und herzlich. Alle Kinder klatschten den Bürgermeister mit einem breiten Grinsen ab, und dieser fand für die jungen Sportlerinnen und Sportler stets ein lobendes Wort.

Anschließend wurden die schnellsten Kämpfe ausgezeichnet. Filip, Frieda, Lina B. und Semih vom TSVE durften sich über einen Pokal in Form einer Judojacke freuen.

Ein besonderes Highlight war die Verleihung der Mutpokale. Sie sollten diejenigen Kinder ermutigen, denen die Teilnahme besonders schwergefallen war, und ihnen zeigen, dass sie oft mehr können, als sie sich selbst zutrauen. Die Pokale gingen an Lumina und Arthur.

Groß war auch die Freude über die Verleihung der Weiß-Gelb-Gürtel an die Kinder, die bereits länger Judo trainieren und damit ihren ersten Schritt auf dem Weg zum Schwarzgurt machten. Mit dieser Auszeichnung hatte niemand gerechnet – umso größer war die Begeisterung.

Um 12.30 Uhr trafen die etwas schwereren Judoka in der Halle ein. Hier begannen die Gewichtsklassen bei 40 Kilogramm und reichten bei den erwachsenen Männern bis 85 Kilogramm und darüber. Auch diese 15 Gewichtsklassen waren auf den sechs Matten zügig ausgekämpft. Obwohl die älteren Teilnehmenden bereits drei Minuten lang alles geben mussten, konnte nach zwei Stunden mit der Siegerehrung begonnen werden.

Ein besonders bewegender Moment war die Verleihung des Mutpokals an Lydia vom Tus Senne 08. Die Auszeichnung rührtesie so sehr, dass ihr die Tränen kamen. Auch Mama und Papa waren sichtlich ergriffen, und bei ihnen floss ebenfalls das eine oder andere Tränchen. Dieser Moment zeigte noch einmal eindrucksvoll, wie viel Mut es manchmal braucht, sich einer Herausforderung zu stellen – und wie viel eine solche Anerkennung bewirken kann. Die weiteren Pokale erhielten

Ob jung oder alt: Alle waren mit dem Turnier sehr zufrieden. Die Trainer zeigten sich begeistert und versprachen, auch im kommenden Jahr wieder mit ihren Judoka nach Verl zu kommen. Besonders gelobt wurden die gute Organisation durch den TV Verl und die entspannte Atmosphäre. Für jede Gruppe nur rund zweieinhalb Stunden inklusive Siegerehrung zu benötigen, ist eine beachtliche Leistung. Auch die gut bestückte Cafeteria ließ keine Wünsche offen.

Ein solches Turnier wäre ohne die vielen helfenden Hände nicht möglich. In der Judoabteilung des TV Verl engagieren sich zahlreiche Kinder, Jugendliche und Eltern, die tatkräftig mit anpackten. So waren die Matten, Kampfrichtertische und die Cafeteria schnell aufgebaut und nach der Veranstaltung ebenso zügig wieder abgebaut.

Am Ende blieben viele zufriedene Gesichter, schöne sportliche Erlebnisse und die Gewissheit, dass sich Mut, Gemeinschaft und Einsatz lohnen. Ein rundum gelungenes Jubiläumsturnier zum 50-jährigen Bestehen der Abteilung, das Lust auf eine Wiederholung im nächsten Jahr macht.