Über 130 Teilnehmer aus neun Vereinen kämpfen beim Verler Judo Cup um Medaillen – und vor allem um gemeinsame Erfolgserlebnisse.
Die Judoabteilung des TV Verl feiert am Samstag, 17. Oktober, ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem besonderen Anlass richtet der Verein den Verler Judo Cup aus. Über 130 Teilnehmer aus neun Vereinen des Kreises Gütersloh und Bielefeld haben sich für das Turnier angemeldet. Die Verler Judoka stellen mit mehr als 70 Kämpferinnen und Kämpfern den größten Teil des Teilnehmerfeldes. Rund 30 Helferinnen und Helfer sorgen außerdem dafür, dass am Wettkampftag alles reibungslos läuft – von den Kampfrichtern über die Tischbesetzungen bis hin zum Cafeteriateam.
Dass die Judoabteilung des TV Verl heute auf eine so lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann, zeigt sich bereits bei einem Blick auf ihre Anfänge: Zur Gründungsversammlung im Januar 1976 erschienen 120 Interessierte. Beim ersten Training versammelten sich sogar 170 Menschen in der Halle. Auch fünf Jahrzehnte später ist das Interesse ungebrochen. Rund 170 Kinder, Jugendliche und Erwachsene trainieren aktuell in der Abteilung und lernen in zwei Trainingseinheiten pro Woche nicht nur Judo-Techniken, sondern auch Werte wie Respekt, Höflichkeit und Wertschätzung.

Ein Turnier, bei dem jeder gewinnt
Der Verler Judo Cup ist kein gewöhnliches Judoturnier. Eine Besonderheit ist, dass ausschließlich im Boden gekämpft wird. Würfe gibt es nicht. Dadurch sinkt das Verletzungsrisiko, und auch Judoka, die sich bei klassischen Wettkämpfen bislang zurückgehalten haben, können sich auf der Matte ausprobieren. Selbst bei den erfahrenen Sportlerinnen und Sportlern, bei denen es hier und da schon einmal zwickt, steht der Spaß am Kämpfen im Vordergrund.
Auch bei der Bewertung geht die Verler Judoabteilung bewusst eigene Wege. Die Kampfrichter sind Trainer und Jugendliche des TV Verl, die ihr Bestes geben, aber keine professionellen Kampfrichter sind. Im Bodenkampf sind die entscheidenden Kriterien gut nachvollziehbar: Bei einem Haltegriff muss der Gegner 20 Sekunden kontrolliert werden, um die volle Wertung zu erzielen.
Besonders wichtig ist den Verantwortlichen, dass die Kinder verstehen, warum sie einen Kampf gewonnen oder verloren haben. Deshalb erklären die Kampfrichter ihre Entscheidungen und geben während der Kampfunterbrechungen sowie nach dem Kampf Tipps, wie sich die jungen Judoka weiter verbessern können.
Dabei wird viel gelobt und ermutigt. Das Motto „Dabei sein ist alles“ steht klar im Vordergrund. Jeder Teilnehmer erhält eine Medaille und eine Urkunde. Unentschieden sind ebenfalls möglich, wenn beide Kämpfer die gleiche Wertung erzielen oder keine Wertung gelingt. So kann es am Ende auch ausschließlich erste Plätze geben.
Mut wird belohnt
Besonders stolz sind die Trainerinnen und Trainer darauf, dass sich so viele Kinder der Herausforderung stellen. Zahlreiche Anfänger nehmen am Samstag erstmals an einem Turnier teil. Die Abteilung möchte ihnen Mut machen und sie darin bestärken, später auch bei regulären Verbandsturnieren anzutreten.
Ein besonderer Bestandteil des Turniers ist deshalb der Mutpokal. Er soll vor allem Kinder auszeichnen, die eher schüchtern sind und große Überwindung aufbringen müssen, um überhaupt auf die Matte zu gehen. Um ihnen den Einstieg zu erleichtern, dürfen sich sogar die Eltern mit auf die Matte setzen und ihren Kindern moralischen Rückhalt geben – bei einem gewöhnlichen Judoturnier eine ungewöhnliche Möglichkeit.
Neue Matten zum Jubiläum
Auch abseits der Wettkämpfe gibt es in diesem Jubiläumsjahr Grund zur Freude. Die ersten Matten kosteten die Abteilung 1976 rund 10.000 D-Mark. Zum 50-jährigen Bestehen wurden erneut Matten angeschafft – diesmal für knapp 11.000 Euro.
Um die Finanzierung zu stemmen, ließ sich die Abteilung einiges einfallen. Neben einem größeren Geldgeber unterstützten weitere Sponsoren und Eltern die Anschaffung mit finanziellen Beiträgen. Außerdem nahm der Verein an den Wettbewerben „Sterne des Sports“ und Heimatpreis teil und konnte dabei Preisgelder gewinnen. Auch mit einer Aktion auf „Verler Leben“, bei der rote TV-Waffeln gegen eine Spende abgegeben wurden, kam Geld zusammen. Darüber hinaus leistete die Stadt mit ihrer Sportgeräteförderung einen wichtigen Beitrag.
Ein kleiner Betrag fehlt allerdings noch. Wer die Judoabteilung unterstützen möchte, ist deshalb herzlich eingeladen, am Samstag vorbeizuschauen und eine Spende in das Spendenschweinchen zu geben. Gleichzeitig bietet sich die Gelegenheit, die Kämpferinnen und Kämpfer lautstark anzufeuern.
Die Judoka des TV Verl freuen sich über alle Interessierten, die das Jubiläum mit ihnen feiern möchten. Auch wer einfach einmal in den Judosport hineinschnuppern möchte, ist willkommen. Bei Kaffee, Kuchen und Waffeln können die Besucher das bunte Treiben in der Turnhalle am Schulzentrum verfolgen.
Der Verler Judo Cup beginnt am Samstag, 17. Oktober, um 10.30 Uhr mit der ersten Kampfzeit und wird um 12.30 Uhr mit den etwas älteren Teilnehmern fortgesetzt. Die Judoabteilung des TV Verl freut sich auf viele Zuschauer und lautstarke Unterstützung für ihre Nachwuchskämpfer.