Ende September ging es für Nils nach Essen zu den Special Olympics. Mehr als 100 Kämpferinnen und Kämpfer versammelten sich vormittags gut gelaunt, aber auch mit einer gehörigen Portion Aufregung in der Halle.
Bei den Special Olympics wird in drei unterschiedlichen Wettkampfklassen gekämpft. Je nach den individuellen körperlichen Möglichkeiten findet der Wettkampf entweder im Stand und Boden oder ausschließlich im Boden statt. Nils startete in der zweiten von drei Wettkampfklassen.
Eine Besonderheit der Special Olympics ist der gemeinsame Eid. Kämpfer, Trainer und Kampfrichter versprechen dabei, die Regeln einzuhalten und sich fair und respektvoll zu verhalten. Auch bei der Organisation gibt es einen Unterschied zu vielen anderen Judo-Wettkämpfen: Die Teilnehmer werden bereits mit ihrem Gewicht gemeldet, sodass eine zusätzliche Waagezeit entfällt und die Kampflisten direkt ausgehängt werden können.
Den Auftakt machte die Wettkampfklasse drei. Für Nils hieß das: noch rund zwei Stunden Zeit zum Aufwärmen und Vorbereiten. Zunächst standen drei Gegner auf seiner Kampfliste. Nachdem die Listen noch einmal geändert werden mussten, waren es schließlich zwei.


Dabei hatte Nils bereits am Freitag beim Training noch einmal richtig Gas gegeben. In den letzten 15 Minuten stand er ganz alleine auf der Matte und nutzte die Zeit, um mit verschiedenen Partnern beim Randori seine Würfe zu üben. Besonders wichtig war den Trainern dabei der Übergang vom Stand in den Boden.
Als die anderen Kids Nils beim Training kräftig anfeuerten, war sein Ehrgeiz endgültig geweckt – und er gab noch einmal alles. Dieses gute Gefühl nahm Nils mit nach Essen. Mit ein wenig Unterstützung von Papa und Trainerin Maja Kraft konnte er seine Techniken im Wettkampf gut umsetzen.
Nach zwei Kämpfen standen für Nils ein Sieg und eine Niederlage zu Buche. Eigentlich schien der Wettkampftag damit beendet. Doch dann wurde Nils plötzlich noch zu einem dritten Kampf auf die Matte gerufen. Wo dieser dritte Gegner auf einmal herkam, war weder Nils noch Trainerin Maja Kraft so ganz klar.

Trotz des eher überraschenden zusätzlichen Kampfes gab Nils noch einmal alles. Und das sollte sich lohnen: Am Ende des Tages durfte er sich über die Silbermedaille freuen!
Eine ganz besondere Medaille gab es obendrauf: Die Silbermedaille hat die Form eines Herzens und wird nun sicher einen Ehrenplatz in Nils’ Zimmer bekommen.
Stolz und mit einer tollen Erinnerung im Gepäck ging es anschließend wieder zurück Richtung Gütersloh. Ein erfolgreicher Tag bei den Special Olympics und eine Silbermedaille, die Nils so schnell sicherlich nicht vergessen wird.
Alle Fotos: TV Verl Abt. Judo / Text Maja Kraft