Triathlon vs. Corona

Auch die Triathlon-Abteilung haben die Auswirkungen des Corona-Virus hart getroffen. Wurde sonst immer in großen Gruppen trainiert, mussten sich jetzt alle Athleten alleine motivieren. Triathlon-Trainer Torsten Selker zeigt, wie sich die Athleten selber motivieren und eigenständig trainieren.

Gerade die Gruppendynamik und das WIR-Gefühl sind ein wesentlicher Motivationsfaktor, denn neben dem Spaß an der Bewegung ist auch das soziale Miteinander und der gegenseitige Austausch mit Gleichgesinnten ein Grund dafür, dass unsere Abteilung in den letzten Jahren stetig gewachsen ist.
Schwimmen ist ja bis auf weiteres nicht möglich, Radfahren und Laufen ging bisher höchstens zu zweit. Da ist schon sehr viel Selbstdisziplin gefragt. Die sollte ein Triathlet natürlich haben, gerade wenn er für die Langdistanz trainiert. Und genau das macht unsere Abteilung im Turnverein aus. Es tun sich Gruppen zusammen, die ähnliche Ziele verfolgen, man spornt sich gegenseitig an und neben einem positiven Trainingseffekt wird so auch der kameradschaftliche Aspekt gepflegt! Durch Corona war es natürlich gefordert, dass fast jeder für sich oder – den geltenden Regeln entsprechend – maximal zu zweit trainierte.

Auch musste unser Trainingslager auf Mallorca, worauf sich alle sehr gefreut hatten, kurzfristig abgesagt werden. Das gehört sonst immer mit zu unseren Highlights im Jahr.

Natürlich haben alle weiter trainiert und sich fit gehalten. Ob es dieses Jahr noch Möglichkeiten gibt, sich im Rahmen eines Wettkampfes zu messen, wird die Entwicklung der nächsten Wochen zeigen. Viele Veranstaltungen sind bereits abgesagt und da Großveranstaltungen bis 31.08. untersagt wurden, ist davon auszugehen, dass sich die Triathlonsaison 2020 auf ein Minimum reduziert. Auch den Ligabetrieb wird es in der gewohnten Form dieses Jahr nicht mehr geben können, da schon ein Großteil der dafür vorgesehenen Veranstaltungen abgesagt wurde. Das ist insbesondere deshalb schade, weil diese Wettkämpfe die Möglichkeit bieten, den ansonsten sehr individuell geprägten Triathlonsport als Mannschaft zu erleben.

In der aktuellen Situation hält man sich u.a. per WhatsApp gegenseitig auf dem Laufenden und tauscht Trainingsreize aus. Es gibt momentan sehr viele virtuelle Wettkämpfe (z. B. Zwift etc.) wo man sich sozusagen im Fernduell miteinander messen kann. Einige haben auch  konkrete Trainingspläne, die natürlich auf ein definiertes Ziel ausgerichtet sind. Da wird dann jetzt etwas geschoben und getrickst. Natürlich auch, um die Motivation hoch zu halten. Vielen fehlt aber das feste Training, wo ein Trainer das Programm vorgibt. Deswegen werden eigene Trainingspläne organisiert, entweder von den Vereinstrainern oder auch von einem Externen.

Wichtig ist vor allem, dass man das Training vielseitig gestaltet und nicht nur einfach seine 10-20 km abläuft oder die 50-100km Rad abspult. Es sollten die richtigen Trainingsreize gesetzt werden und auf keinen Fall die Stabilisierungs- und Kraftübungen vernachlässigt werden, die für jeden Sportler in jeder Sportart sehr wichtig sind.
Dazu möchte ich euch einige Standardübung mitgeben, die in keiner Trainingswoche fehlen und 2 – 3 Mal die Woche dazu gehören sollten.

Planks: Gibt es in allen Variation (Info gibt es dazu im Internet), da kann man schon 2-4 Übungen draus machen. Die normalen Planks oder auch die seitlichen Planks, mit Arm- und Beinvariationen. Anfangen sollte man mit 30 Sek. Die Zeit kann Woche für Woche oder alle 2 Wochen um 5 – 10 Sek. erhöht werden.
Sit ups: Die gute alte Bauchübung. Gibt es auch in vielen Variationen. Gestartet wird mit 20 Wiederholungen. Das kann man steigern auf bis zu 50 Wiederholungen.
Ausfallschritte: Man macht einen weiten Schritt nach vorne und geht in der Mitte tief runter. 15 Wiederholungen. Schwieriger kann man diese als Telemark springend machen.
Liegestützen: Auch hier gibt es viele Varianten. Der gute, alte Liegestütz trainiert den kompletten Körper und gibt ihm eine sehr gute Stabilität, die für jede Sportart förderlich ist. Hier sollte jeder schauen, wie viele er schafft. Zwischen 5 und 10 Stück hintereinander sollten anfangs möglich sein. Je nach Fitness und Leistungsstand kann man die Belastung dann schrittweise steigern

Von allen Übungen macht man drei Sätze mit den jeweiligen Wiederholungen / Sek.. Wichtig ist dabei eine gute Technik, damit es nicht etwa schadet, sondern gut für den Körper ist. Die Technik und die Variationen kann man sich im Internet ansehen.
Wir alle hoffen bald wieder auf einen weitgehend normalen Trainingsbetrieb. Selbst wenn es noch eine Weile zahlenmäßig begrenzt bleiben wird, wäre ein Training mit 5 – 10 Leuten schon mal ein großer Fortschritt für uns.

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