Erfolgreiche Schwarzgurt-Prüfung bei den Judokas

Wenn der Turnverein Verl die Ehrung Nachwuchssportlerin des Jahres verleiht, dann steht damit jemand besonderes im Fokus und der TVV erkennt die außergewöhnliche Leistung von jungen Sportlern aus den eigenen Reihen an. Meist hören die Erfolge nach so einem Tag jedoch nicht auf und nachdem die Judoka Maria Schönrock (Foto: links mit Schwester Kim Schönrock) bei der Mitgliederversammlung im Frühjahr diese Ehrung erhalten hat, war dies der Auftakt für ein Jahr voller weiterer Höhepunkte.

Nach den ersten Schritten auf einer Judo-Matte mit vier Jahren an der Seite ihrer älteren Schwester Kim und Vater Mark Schönrock, die neben so ziemlich allen Familienmitgliedern auch Judoka sind, war der Grundstein gelegt. Bis zur ersten Gürtelprüfung dauerte es noch bis zum Jahr 2010 und es folgten unzählige Stationen. Das Feuer war entfacht, doch erst nach der Rückkehr von Schwester Kim, die zur festen Partnerin wurde, begann in den letzten drei Jahren eine besonders rasche und vielseitige Entwicklung. Maria entwickelte immer mehr Freude am Judo, das wie sie sagt mehr als ein reiner Sport für sie sei: „Judo enthält Disziplin, Respekt und man lernt, wie man sich generell anderen Menschen gegenüber verhält und wie wichtig der Partner für einen ist.“ Mit dieser Einstellung macht es auch ihren Partnern im Training Spaß mit ihr zu trainieren ihre Erfolge geben ihr zusätzlich Recht: Den selten anzutreffenden Spagat zwischen Kata und Wettkampf füllt Maria mit ihrer Teilnahme an Wettkämpfen von der Kreisebene bis hin zu bundesoffenen Turnieren und in einer Mannschaft im Ligabetrieb mit stets guten Platzierungen. Auch die theoretische Seite kommt bei ihr nicht zu kurz dank dem frisch absolvierten Lizenzkurs, den sie als ausgebildete Trainerin-C abschließen konnte.
Nachdem seit der letzten Gürtelprüfung vor zwei Jahren ein langer Weg aus vorgeschriebenen Wartezeiten und Voraussetzungen zurückgelegt war, stand nun endlich die abschließende Teilnahme an der Dan-Prüfung in Wiedenbrück an. Das erklärte Ziel war, danach den schwarzen Gürtel zum Judoanzug tragen zu dürfen. Der Weg bis zu diesem Tag ist lang und führt über unzählige Trainingsstunden, Lehrgänge, Anträge und auch Lernarbeit am Schreibtisch.
Ausdauer, Disziplin und der Wille etwas zu erreichen sind dafür nötig und zeichnen die junge Judoka des TV Verl aus. Nicht viele sind zu so einem Einsatz bereit und noch weniger 17-jährige stellen sich vor eine Kommission mit drei hochgraduierten Prüfern aus ganz NRW.
Für Maria Schönrock ist dies kein Problem. Von den Werten, die im Judo verankert sind, ist Mut für sie der wichtigste und bedeutet, an seine eigenen Fähigkeiten zu glauben und sich Herausforderungen zu stellen. Dass Maria diese bei jeder sich bietenden Gelegenheit annimmt, hat sie damit wieder einmal unter Beweis gestellt und ist neben 19 weiteren Teilnehmern zu der Prüfung angetreten.
Die notwendige Kata, eine feste Abfolge von fünfzehn Würfen, die exemplarisch zum Erlernen der wichtigsten Schulungselemente im Judo zusammengefasst sind und das eigentliche Herz einer Dan-Prüfung ist, musste Maria Schönrock an diesem Tag nicht mehr vorführen. Im Frühjahr startete sie mit ihrer Schwester Kim das erste Mal in umgekehrten Rollen als Werfende bei den westdeutschen Kata-Meisterschaften in Bochum. Gemeinsam erreichten sie auf Anhieb eine derart gute Bewertung, dass diese Leistung für die Prüfung angerechnet werden konnte. Zudem ermöglichte das Ergebnis die erste Teilnahme der beiden Schwestern auf einer Kata-Meisterschaft auf Bundesebene. Im Sommer belegten sie hier in Erlangen den 5. Platz und konnten sich damit beachtlich vor dem übrigen starken Teilnehmerfeld und direkt hinter der langjährig und teils international erfahrenen Konkurrenz platzieren.

Am Prüfungstag überzeugte Maria dann erwartungsgemäß die aufmerksamen Augen der Prüfer ohne Mühe bei einem insgesamt variierenden technischen Niveau und erkennbaren Unterschieden in der Tiefe der Vorbereitung der Prüflinge. Im Prüfungsfach der Standtechniken konnte sie ihre geforderten Würfe zeigen, die gestellten Aufgaben der Bewegungsformen lösen und ihre Spezialtechnik vorstellen. Bei den anschließenden Bodentechniken wurden verschiedene Gruppen, Prinzipien und Anwendungen abgefragt, bei denen sich die Fleißarbeit und angeeignete Routine von Maria und ihrer Schwester Kim bezahlt machte. Nach der Erfolgsbestätigung durch die Prüfungskommission, dem Überreichen einer Urkunde und dem neuen schwarzen Gürtel war die Freude bei Maria groß ins Gesicht geschrieben. Auch ihre Schwester Kim, die mitgereisten Eltern, Geschwister und ihr Trainer Andreas Samp waren glücklich über die tolle Leistung. Sie ist damit die bisher jüngste Dan-Trägerin im TV Verl. Erleichtert und zufrieden nahm sie die Glückwünsche an, wohl den Gedanken im Hinterkopf, dass mit dem Erreichen der Dan-Stufe nicht etwa ein Ende, sondern erst der Beginn einer Entwicklung erreicht ist. Mit Judo verbindet sie harte Arbeit, die niemals vollendet ist.

Die nächsten Ziele hat Maria Schönrock auch bereits ins Auge gefasst. Im kommenden Jahr beweist sie ihren Mut zunächst bei der Abiturprüfung am ESG in Gütersloh, dem dann ein Auslandsaufenthalt in Spanien und ein Sportstudium in Köln folgen sollen. Wir wünschen dafür viel Erfolg!

Text und Bild: Andreas Samp

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